Politisch korrekt

Aus Wiki1

Wechseln zu: Navigation, Suche

Inhaltsverzeichnis

Wie die Habenden das Teilen diskreditieren

In den letzten Jahren wurde der Begriff "Political Correctness" zunehmend ironisch genutzt um moralische oder politische Haltungen zu diskreditieren. Es wurde eine Diktatur der Gutmenschen postuliert, die konträre Meinungen - so die unterschwellige Botschaft - systematisch unterdrückt. Konzepte von Toleranz (natürlich falsch verstandener!), Gerechtigkeit, Menschenwürde u.v.m. würden den Menschen aufgezwungen - ob sie wollen oder nicht.

Chancengleichheit der politisch Inkorrekten: Alle müssen die gleichen Hürden überwinden!

Merkwürdigerweise waren und sind es überwiegend linke und humanistisch inspirierte Ideen, die als "politisch korrekt" und damit als angeblich privilegiert gelten. Nach Auffassung der (vorwiegend konservativ-bürgerlichen) politisch Inkorrekten steckt hinter den politisch korrekten Zielen allerdings nur Dummes oder gar Böses: Gleichmacherei hinter Chancengleichheit - Sozialneid hinter dem Wunsch nach Gerechtigkeit - Feigheit hinter Toleranz. Ein besonders perfides Beispiel dieser neuen bürgerlichen Weinerlichkeit ist die Web-Site Politicalyincorrect. Da wird gejammert und geschimpft über die schreiende Ungerechtigkeit, unter der all die ehrbaren Bürger leiden, die es wagen Wahrheiten auszusprechen wie: "Muslime sind böse", "unterschiedliche Kulturen vertragen sich nicht", "Wer will bekommt immer Arbeit" und was es sonst noch so an vermeintlich unterdrückten Gedanken gibt.

PC_terror


Revision 2

Der "TERROR" der politisch Korrekten


Es wird so getan, als gäbe es vorgeschriebene Denkblockaden, die bestimmte Meinungen und Gedanken schützen, in dem sie Einwände unterdrücken und verbieten. Politisch korrekt - das ist angeblich:

  • gegen Amerika und Israel sein
  • Chancengleichheit für Frauen zu fordern
  • den Industrieländern die Schuld am Klimawandel zu geben
  • Muslime nicht zu kritisieren
  • die Verantwortung für sozialen Abstieg in der Gesellschaft zu suchen
  • sich über bürgerliche Tugenden wie Gehorsam und Disziplin lustig zu machen
  • Erneuerbare Energien zu fördern

Bekundungen gegen diese Meinungen werden - so die These - systematisch unterdrückt, verhindert und beschimpft. Die politisch Inkorrekten inszenieren sich als unterdrückte Minderheit, als Opfer eines alles niederwalzenden Mainstreams der Gutmenschen. "Bewährte" Dinge wie Atomkraftwerke, Computerspiele, schnelle Sportwagen, harte Strafen und Kriege gegen die "Bösen" würden uns madig gemacht.

Eigenartig nur: es sind besonders Vertreter der gesellschaftlichen "Elite", die Entscheidungsträger in den Industrieländer, die die moralische Unterdrückung beklagen. Ausgerechnet die Gruppe mit dem größten ökonomischen und gesellschaftlichen Einfluss jammert über ihre vermeintliche Unfreiheit und über die Zweifel die ihren Zukunftsvisionen entgegengebracht wird. Schwer unter den ständigen moralischen Vorhaltungen und dem vermeintlich lustvollen Pessimissmus ihrer Umgebung leidend, versuchen sie mit dem "Schlag"-Wort "Political Correctness", den Einwänden zu begegnen: sie verpassen jeder Kritik an ihren Zielen die Aura von Moralin, erhobenem Zeigefinger und Falschheit.

Wer politisch korrekte Ansichten vertritt, so die unterschwellige Botschaft, tut das bestenfalls aus Bequemlichkeit - schlimmstenfalls aus egoistischen Interessen. Er ist naiv und ignoriert die Wirklichkeit - die natürlich nur die frei denkenden "politisch Inkorrekten" erkennen. In keinem Fall aber sind "politisch korrekte" Meinungen der Mühe wert, sich näher mit ihnen zu beschäftigen. Stattdessen hat man selbst (je nach Windrichtung) die bewährteren und ehrlicheren oder die frischeren, frecheren Ideen mit denen die Welt zu neuen Ufern geleitet werden könnte - würde man nicht von moralischen Langweilern daran gehindert. Überhaupt sind Begriffe wie "politisch korrekt" und "Langeweile" inzwischen kaum voneinander zu trennen.

Sicher: die Beseitigung von Denkblockaden ist notwendig, um viele unserer heutigen Schwierigkeiten zu überwinden. Doch darum geht es den meist konservativen Verfechtern der politischen Unkorrektheit garnicht. Wenn es um die eigenen konservativen "Denkblockaden" geht, kennen sie keinen Spaß: die werden verstärkt und bewehrt, auf dass sie niemand niederreiße. Für gefährlich erachten sie dagegen die neuen und noch schwachen Grundtugenden unserer modernen Industriegesellschaft:

  • Toleranz
  • Offenheit
  • Hilfsbereitschaft
  • Gesprächsbereitschaft
  • Sinn für komplexe Zusammenhänge

Diese Tugenden zu "überwinden" ist äußerst gefährlich und nur für die von Interesse, die von einer instabilen Gesellschaft, von einem Kampf aller gegen alle profitieren. Es sind daher besonders etablierte Vertreter unserer Medien- und Konsumgesellschaft die an der Beförderung politisch inkorrekter Gedanken mitwirken und dabei so politisch korrekte Konzepte wie Chancengleichheit, soziale Gerechtigkeit, Nachhaltigkeit, Gleichberechtigung und Toleranz gegenüber Minderheiten diskreditieren. Figuren wie Matthias Horx, Hendrik M. Broder, oder Olaf Henkel setzen ihre medialen Möglichkeiten ein um die angebliche mediale Unterdrückung von Meinungen zu beklagen.

Jammern und kein Ende

Die verlogene und wehleidige Haltung der politisch Unkorrekten haben auch andere bemerkt. Hier ein Zitat aus der TITANIK vom Januar 2010 [1].

Apropos, Broder, Maxeiner, Miersch!

Seit ein paar Jahren schon schreibt Ihr das in diesen Dingen ja 
äußerst geduldige Internet voll mit Eurem Blog >>Die Achse des 
Guten<<, einer kruden Mischung aus Islamophobie, Klimawandelleugnung 
und Radikalliberalismusvergötzung. Und wer liest das Zeug? 
>> Immer mehr Menschen, die sich von den Mainstream-Medien 
einseitig informiert fühlen<< - und da sind sie bei Euch ja auch 
bestens aufgehoben. Schließlich äußert Ihr Euch ja sonst nur 
noch regelmäßig bis geradezu inflationär in bekannt subversiven,
dem Mainstream trotzig ins Gesicht lachenden Medien wie
Spiegel, Spiegel online, Welt, Focus, Bild, FAZ, Stern,
Berliner Morgenpost, Weltwoche bis hin zum Delmenhorster
Kreisblatt und motor-exclusiv.de.
Aber wenigstens nicht im garantiert einseitig informierenden
Mainstream-Medium.

Man wird ja doch mal sagen dürfen...!

2010 trat Herr Dr. Guido Westerwelle als politisch inkorrekte Heulsuse auf: >>"Wer arbeitet, muss mehr haben als derjenige, der nicht arbeitet. Das muss man sagen dürfen. Alles andere ist Sozialismus."<<

Herr Dr. Westerwelle verdiente 2009 - neben seiner Tätigkeit als Abgeordneter - mehr als 70.000 € mit so leistungsträchtigen Aufgaben wie Vorträgen und Teilnahmen an diversen Aufsichtsratssitzungen [2].

Jammern gegen PC - weltweit

auch in der Schweiz meinen Konservative, sich gegen die linke Bevormundung wehren zu müssen: http://www.winkelried.info/mitmachen/

Ein Kommentar zur Website der Politisch Inkorrekten: http://www.stefan-niggemeier.de/blog/factually-incorrect-3/

Als Gegenmittel gegen allzuviel politische Inkorrektheit: http://www.politischkorrekt.info/

Persönliche Werkzeuge