Der determinierte Mensch II

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Man hat es deshalb mit einem sehr [[Komplexität|komplexen]] Gebilde zu tun, will man einen Menschen [[Plan und Zufall|berechenbar]] machen. Wenn aber ein Mensch nicht berechenbar ist, dann ist er im streng objektivem Sinne auch nicht optimierbar. Er kann nur versuchen, sich entsprechend seinem inneren Wertesystem in positive Richtung zu entwickeln. Es ist aber vermessen, von außen ein Optimum zu definieren, auf dass  der individuelle Mensch hin streben sollte.
Man hat es deshalb mit einem sehr [[Komplexität|komplexen]] Gebilde zu tun, will man einen Menschen [[Plan und Zufall|berechenbar]] machen. Wenn aber ein Mensch nicht berechenbar ist, dann ist er im streng objektivem Sinne auch nicht optimierbar. Er kann nur versuchen, sich entsprechend seinem inneren Wertesystem in positive Richtung zu entwickeln. Es ist aber vermessen, von außen ein Optimum zu definieren, auf dass  der individuelle Mensch hin streben sollte.
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Deshalb ist es zutiefst unmenschlich, wenn Eltern die "optimalen" Eigenschaften ihrer Kinder definieren wollen oder wenn Gesellschaften allgemeingültig festlegen wollen, wann ein Mensch [[Gute Gute, böse Böse|gut oder schlecht]], [[Respekt, ein unterschätztes Bedürfnis|nützlich oder unnützlich ]]ist.
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Deshalb ist es zutiefst unmenschlich, wenn Eltern die "optimalen" Eigenschaften ihrer Kinder definieren wollen oder wenn Gesellschaften allgemeingültig festlegen wollen, wann ein Mensch [[Gute Gute, böse Böse|gut oder schlecht]], [[Respekt - ein unterschätztes Bedürfnis|nützlich oder unnützlich ]]ist.
[[Kategorie:Ideen]][[Kategorie: Gesellschaft]]
[[Kategorie:Ideen]][[Kategorie: Gesellschaft]]

Version vom 09:40, 22. Okt. 2017

Viele Technokraten setzen bei ihren großen Ideen zur Weltverbesserung den determinierten Menschen voraus. Demnach lässt sich ein abstraktes Modell des Menschen erstellen und sein Verhalten, seine Reaktionen, Interessen und Ziele lassen sich berechnen, simulieren und vorhersagen. Aktuell glaubt man an Big Data, künstliche Intelligenz und an die Selbstoptimierung des Menschen.

Zu letzterem ein paar Gedanken. Um etwas zu optimieren braucht es die Festlegung optimaler Kriterien. Machen wir es uns einfach und nehmen ein einziges Kriterium: Erfolg als Summe aus wirtschaftlichem Erfolg, gesellschaftlichem Erfolg und privatem Erfolg.

Wovon hängt dieser Erfolg ab? Auch hier kann man es sich einfach machen und sich auf wenige aber offensichtliche Kriterien zurückgreifen:

  • wie ängstlich ist ein Mensch
  • wie motiviert und zielstrebig ist ein Mensch
  • wie diszipliniert ist ein Mensch
  • wie konzentriert und fokussiert ist ein Mensch
  • wie gut ist das Gedächnis eines Menschen
  • wie gut ist seine körperliche Verfassung
  • wie hoch ist seine Intelligenz

Das sind 7 wesentliche Eigenschaften, die eine große Bandbreite der Fähigkeiten eines Menschen abdecken.Für den Erfolg eines Menschen ist aber sicher nicht jede einzelne Eigenschaft für sich relevant, sondern die Kombination aus allen diesen Eigenschaften. Ein gutes Gedächnis ist toll, hilft aber einem undisziplinierten Menschen, der sich nicht zielstrebig auf ein ZIel konzentrieren kann, wenig. Ein disziplinierter Mensch kann vielleicht seine Ängste besser im Griff halten, sodass sie ihn weniger behindern. Hinzu kommt, dass die Eigenschaften nicht vollkommen unabhängig von einander sind. Ängste können mit zunehmendem Erfolg verschwinden - oder mit ausbleibendem Erfolg größer werden. Die Zielstrebigkeit eines Menschen ändert sich mit der Zeit und mit den Erfahrungen und auch die Intelligenz ist keine Konstante.

Man hat es deshalb mit einem sehr komplexen Gebilde zu tun, will man einen Menschen berechenbar machen. Wenn aber ein Mensch nicht berechenbar ist, dann ist er im streng objektivem Sinne auch nicht optimierbar. Er kann nur versuchen, sich entsprechend seinem inneren Wertesystem in positive Richtung zu entwickeln. Es ist aber vermessen, von außen ein Optimum zu definieren, auf dass der individuelle Mensch hin streben sollte.

Deshalb ist es zutiefst unmenschlich, wenn Eltern die "optimalen" Eigenschaften ihrer Kinder definieren wollen oder wenn Gesellschaften allgemeingültig festlegen wollen, wann ein Mensch gut oder schlecht, nützlich oder unnützlich ist.

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